Blog

Fachchinesisch: Was bedeutet eigentlich «Ad-Fatigue»?

Benno Maggi erklärt in seiner Kolumne «Fachchinesisch» Begriffe aus dem Marketing- und Kommunikationsbereich.

Alle reden davon, wenn es um Planung oder Auswertung von Online-Kampagnen geht und alle nerven sich als Konsumenten, wenn sie selbst davon betroffen sind. Gemeint ist die Ermüdung, welche einem beim Betrachten der immer gleichen und oft falschen Anzeigen überfällt. Die Ermüdung, derentwegen man nicht mal mehr wegklicken mag, sondern sich einfach nur noch ärgert.
Das Wort geistert schon lange durch die Agenturen, feiert aber grad ein Revival in den Büros der Auftraggeber, weil mittlerweile nun auch wirklich alle erkannt haben, dass Online-Werbung zwar messbar ist, aber deswegen noch lange nicht per se erfolgreich sein muss.
Die Zahlen und Daten, die im Zusammenhang mit Online-Kampagnen generiert, gesammelt und dargestellt werden, haben etwas von ihrer Magic verloren oder sind eben «fatigue». Und mit dem Prefix «Ad» ist hier alles inkludiert, was bezahlte Online-Werbung ist: Video-, Banner-, Content- und was auch immer-Fatigue, egal ob sie auf Google, Facebook, Twitter, LinkedIn, Snapchat, Tiktok oder sonst wo müde macht.

Rezepte gegen Ermüdungserscheinungen
Wer sich also privat über nicht zielgruppengerechte, unnötig wiederkehrende Werbung oder im Business-Kontext über schlechte Conversions, fehlendes Targeting und Frequency Capping der Agenturen nervt, dem sei Folgendes empfohlen: Machen Sie’s gleich wie bei physischen Ermüdungserscheinungen. Legen Sie Pausen ein (lower frequency), gehen Sie offline, schlafen oder bewegen Sie sich mehr (rotating channels and subjects), wecken Sie sich mit einem Kaffee, Redbull oder Matcha (relevance and content spice up) oder passen Sie Ihren Lifestyle Ihrem Körper an (targeting und retargeting).

Zum Artikel auf «Werbewoche»
Werbewoche, 31. Oktober 2019