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Corporate Publishing: Die Kraft der Bilder

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maz – die Schweizer Journalistenschule stellt dazu vier Fragen an Benno Maggi:
Kunden sofort in den Bann ziehen, das ist das Kerngeschäft von Benno Maggi. Als Geschäftsführer der Agentur Partner & Partner, Creative Director des NZZ-Folio und MAZ-Dozent weiss er, worauf es in der Praxis ankommt und kennt die neusten Trends.

Wie hat sich die Ansprache der Kunden in den letzten Jahren im Hinblick auf die zunehmende Nutzung von Smartphones und Tablets verändert?
Vor ein paar Jahren war die Digitalisierung das grosse Thema in der Kommunikation. Heute ist die Mobilität das Buzz-Wort. Die Ansprache der Kunden muss über viel mehr Kanäle und an den unterschiedlichsten Berührungspunkten stattfinden und das zeitlich aufeinander abgestimmt. Die Produzenten von Inhalten und Botschaften müssten sich längst darauf eingestellt haben, dass der Konsum ihrer Produkte mehr und mehr unterwegs und auf verschiedenen Kanälen gleichzeitig stattfindet.

Wie wichtig sind visuelle Elemente in der Unternehmens- und Markenkommunikation?
Sie waren schon immer wichtig. Aber in einer mobilen Gesellschaft mit flüchtigen Begegnungen und kurzen Impulsen werden visuelle Reize und Botschaften noch viel bedeutender.

Warum braucht es im Bereich Corporate Publishing Spezialisten für Visuelle Kommunikation?
Wer einen Text beurteilen oder erstellen will, muss das Alphabet beherrschen, bzw. lesen und schreiben können und das Geschriebene dann intellektuell auch verstehen. Das lernt man bei uns in der Regel in der Schule. Visuelle Botschaften zu entwickeln, codieren und transportieren leider nicht. Das gilt für die Ausbildung von Kommunikationsfachpersonen genauso wie für deren Kunden. Da besteht noch grosser Nachholbedarf.

Kann man sich das nötige Wissen nicht einfach bei externen Agenturen zukaufen?
Als Agenturinhaber müsste ich die Frage natürlich bejahen. Aber im Ernst, für jedes Resultat sind Agentur und Auftraggeber gemeinsam verantwortlich. Wenn das Wissen auf der einen Seite nicht vorhanden ist, werden visuelle Elemente von der anderen Seite nach Gutdünken beurteilt, statt nach fachspezifischen Kriterien. «Gefällt mir» ist dann oft das einzige Kriterium und wichtiger als, «ist richtig». Wirkungsvoll ist visuelle Kommunikation jedoch nur, wenn beides stimmt.

(Interview aus MAZ-Newsletter Oktober 2014)